Wer schreibt, bleibt. Für mich als Mensch mit ADHS im Erwachsenenalter gilt kaum ein Spruch mehr als dieser. Ich schreibe mittlerweile alles auf. Wirklich alles. Auch jeden noch so kleinen Termin. „Keine Sorge, das merke ich mir“ ist für mich ein gefährlicher Satz. Denn oft wird mein Verstand schon Sekunden später von anderen Dingen in Beschlag genommen – von außen oder von innen. Und dann: weg.
Darum nutze ich inzwischen konsequent meinen digitalen Kalender. Und auch nur diesen. Bei allem, was mit Terminen zu tun hat, bin ich doppelt vorsichtig geworden. Keine Zusage mehr, ohne vorher auf meinem Handy in den Kalender zu schauen. Und dann aktiviere ich die Erinnerungen „1 Tag vorher, 1 Stunde vorher und 10 Minuten vorher“.
Geht leider nicht anders.
Außerdem nutze ich ein CRM, also ein Customer-Relationship-Management-System, das mir automatisch Aufgaben per Mail schickt. Natürlich will ich jeden Ersten im Monat daran denken, den Strom abzulesen. Aber wer garantiert mir, dass ich am Ersten überhaupt auf dem Schirm habe, dass gerade der Erste ist? Ich weiß manchmal nicht, welcher Tag ist und was ich gestern gemacht habe. Umso beruhigender ist es, wenn ich am Monatsanfang eine Mail-Erinnerung bekomme. Erstens kann ich das Ablesen dann nicht mehr so leicht vergessen. Und zweitens muss ich mir nicht einmal die Mühe machen, es mir aktiv zu merken. Ich kann mich einfach auf dieses geniale CRM verlassen.
Denn sich Dinge außerhalb meines echten Interessens- oder Wesensbereichs aktiv zu merken, ist für mich unfassbar anstrengend. Deshalb wird alles, aber auch wirklich alles, aufgeschrieben. Und sei es – in der knappsten Not – per WhatsApp in eine Gruppe, die ich mit mir selbst habe.
Aufschreiben entlastet in vielerlei Hinsicht.

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